Der Rang einer Person setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, wie Alter, Amtswürde und Ansehen (durch herausragende Leistungen etc.). All dieses wird bei der Ermittlung des Rangs von den Harpyien bedacht. Es ist zu beachten, dass die Harpyien grundsätzlich eher vorsichtig bei der Standeserhöhung sind. Status verlieren kann man in ihren Augen viel schneller.

Caitiff sind in der Regel mit Mali belegt. Es ist davon auszugehen, dass Caitiff meist einen Rang  niedriger eingestuft werden als Kainiten, die Angehörige eines Clans der Camarilla sind. Gleiches gilt für Mitglieder von Clans, die nicht der Camarilla angehören. Da die Camarilla die Blüte der kainitischen Kultur darstellt müssen schlichtweg jene, die nicht dazu gehören soziale Defizite aufweisen.

Es ist zu beachten, dass die Harpyien der Camarilla Kinder ebenjener Kultur sind. Es ist ihre Aufgabe die Sitten und Gebräuche der Camarilla zu bewahren und das tun sie mit harter Hand. Ihre Ansichten mögen noch so vielseitig sein, in einem sind sich alle Mitglieder des Bundes der Harpyien einig: Die Camarilla ist die Krone der kanitischen Daseinsform und die Aufgabe des Bundes ist es ebendiese zu schützen.

Das System

Das System, dass innerhalb des Bundes (und für das Spiel) genutzt wird, ist ein Punktesystem. Hierbei erhält eine Person entsprechend ihrer Position eine bestimmte Anzahl an Punkte für Alter, Amt und Ansehen. Diese Punkte werden zusammengerechnet und ergeben einen Rang. Innerhalb eines Ranges werden die Harpyien dann eine Einstufung vornehmen indem sie Vergleichen wer vor und wer nach der Person im Rang steht oder stehen sollte. Personen, die im Rang aufsteigen werden zumeist als niedrigster in den neuen Rang aufgenommen. Hiervon kann jedoch abgewichen werden, so zum Beispiel, wenn sich die Person durch eine besondere Tat ausgezeichnet hat und dadurch Ansehen gewinnt.

Normaler Weise gilt: Alter vor Amt vor Ansehen. Doch auch hier gibt es Unterschiede. So wird der Herr einer Domäne (Prinz, Fürst, etc.) stets als höchstrangiges Mitglied einer Domänengesellschaft angesehen, ob Neonate, Ancilla oder Ahn. Das bedeutet allerdings nur, dass einem Fürsten in seiner Domäne das Vorrecht eines Herrschers eingeräumt wird.

So kann es auf einer Konklave zu der Situation kommen, dass einem alten Ahnen der Vortritt vor einem jungen Ancilla Prinzen gelassen wird, insbesondere wenn es sich bei dem Ahnen um jemanden handelt, der überregionalen Einfluss hat oder weithin bekannt ist, der Prinz jedoch kaum außerhalb seiner eigenen Domäne bekannt.

Status zu Beginn

Ein Kainit wird durch einen anderen erschaffen. Als Kind seines Erschaffers hat der Kainit, so es sich bei seinem Erschaffer um ein etabliertes Mitglied der Camarillia von mindestens Rang 3 handelt und seine Erschaffung selbst legal war, hat es Rang 2. Es ist unmündig, hat jedoch gewisse Rechte.

Kinder von Kainiten mit Rang 2 oder niedriger werden als Rang 1 angesehen und – bestenfalls – ignoriert.

Kinder die illegal geschaffen wurden haben Rang 0. Sie gelten nicht als Person und können ohne Verhandlung vernichtet werden.

Wenn ein Kind vor seinen Ahnen, zumeist dem Fürsten einer Stadt, beweist, dass es die Sitten und Gebräuche der Camarilla beherrscht und anwenden kann, wird es freigesprochen. Mit diesem Freispruch erhält der Kainit Rang 3.

Es gibt jedoch Umstände, die dazu führen können, dass ein Kind direkt einen höheren Rang einnimmt. Die Umstände hierzu können verschieden sein:

  • Niedrige Generation
  • Berühmter Erschaffer
  • Außergewöhnliche Taten

Statusgewinn

Ein Kainit gewinnt in den Augen der Ahnen mehr und mehr Ansehen und steigt dadurch im Rang auf. Der Bund der Harpyien dokumentiert das Verhalten der Kainiten untereinander. Wenn ein Statushöherer beginnt einen Kainiten respektvoller als zuvor zu behandeln, indem er zum Beispiel anerkennen über ihn spricht, wird dieses als ein Auslöser gesehen. Hält dieses an und folgen andere seinem Vorbild über einen längeren Zeitraum, so wird dieses vom Bund der Harpyien verzeichnet.

Das Gewähren von Status kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel:

  • Das Erreichen eines bestimmten Alters
  • Gewährung von Rang über Zeit durch Ranghöhere
  • Formelle Gewährung einer Rangerhöhung an einem formellen Ereignis
  • Erhebung in eine neue soziale Position oder ein Amt
  • Erbringung außergewöhnlicher Taten
Statusverlust

Der Verlust von Status funktioniert in ähnlicher Form wie der Aufstieg. Die Liste der Verfehlungen ist groß und die Harpyien in ihrer Anwendung unerbittlich:

Geringe Verfehlungen:

  • Missachten der Verhaltensregeln, Unhöflichkeit, Respektlosigkeit gegenüber Ranghöheren
  • krasse Feigheit
  • Umgang mit Anarchen, Caitiff oder anderen Ausgestoßenen
  • Kind wird als Vogelfrei erklärt, wechselt zum Sabbat, wird hingerichtet, verbannt, bricht ein Tabu etc.
  • Domäne wird wiederholt missachtet (Statusverlust für Prinzen)
  • Missachtung des Havens von jemand anderem
  • kleiner Bruch der Maskerade
  • lange Abwesenheit, längerer Torpor
  • macht sich lächerlich
  • beschämende Niederlage
  • Rangniedere zeigen sich wiederholt respektlos
  • Aufruf eines Ranghohen wird nicht befolgt
  • misslungene Veranstaltung
  • Missachtung eines geschuldeten trivialen Gefallens

Mittlere Verfehlungen:

  • Missachtung von Statusunterschieden (wenn es bemerkt und öffentlich gemacht wird!)
  • Beleidigung von Ranghöheren
  • schädigendes Verhalten für die Domäne oder die Camarilla
  • Erschaffung eines Kindes ohne Erlaubnis
  • Missachtung der Domäne eines anderen
  • Missachtung des Havens eines anderen
  • beschämende Strafe
  • Missachtung eines geschuldeten kleinen oder großen Gefallens

Grobe Verfehlungen:

  • Angriff auf einen Ranghöheren
  • einen Ranghöheren in den Frenzy treiben
  • Disziplin auf einen Ranghöheren anwenden
  • einen Ranghöheren bestehlen
  • Verrat
  • Umgang mit Dämonen
  • Umgang mit dem Sabbat, Baali oder anderen Verfemten
  • Diablerie
  • Zerstörung eines Camarillamitglieds
  • Missachtung einer Blut- oder Lebensschuld

Hier werden nur die Statusfolgen beschrieben. Bei vielen dieser Verfehlungen handelt es sich auch um Verbrechen, die von Justikaren, Prinzen oder anderen Rechtsträgern geahndet werden. Es handelt sich zudem nur um Beispiele.

Statusverlust abwenden

Bei einem Schnitzer hat die Betroffene fast immer die Möglichkeit, die Angelegenheit wieder gerade zu biegen. So kann der Schuldige Wiedergutmachung leisten. Hier einige Bespiele:

Einfache Wiedergutmachung:

  • förmliche Entschuldigung
  • Gewährung eines trivialen Gefallens
  • kleines Geschenk

Wiedergutmachung für mittlere Vergehen:

  • Gewährung eines kleinen Gefallens
  • wertvolles Geschenk
  • außergewöhnlich mutige Tat
  • ansehnlicher Erfolg
  • längeres tadelloses Verhalten

Wiedergutmachung bei schweren Vergehen:

  • Erfüllung einer komplizierten Aufgabe
  • Gewährung eines großen Gefallens
  • Verteidigung der Ehre im Kampf (kann auch ein Duell mit anderen Fähigkeiten als KampfSkills sein) – der Schuldige muss gewinnen
  • Feuerprobe, Sonnenprobe
  • außergewöhnliches Geschenk
  • beeindruckender Erfolg
  • Buße
  • Ursache der Niederlage oder Beschämung wird zerstört (so stellen Justikare oder Prinzen oft ihren Status wieder her, wenn sie zu oft missachtet wurden)

Standesunterschied

Interessant wird das ganze System, wenn man anfängt sich den Standesunterschied bewusst zu machen. Hierbei bietet es sich an, sich das mittelalterliche System der Stände und Vasallenstrukturen in Erinnerung zu rufen. Hier einige Beispiele:

1-2 höflich: unterbricht den Ahn nicht, lässt sich aber unterbrechen; formuliert abweichende Meinungen sehr höflich

  • Menschliche Welt: Ritter & Knappe; angesehener Bürger & Ritter
  • Kainitische Welt: Erschaffer & Kind; Prinz & sein Berater

3-4 sehr respektvoll: sitzt nicht in Anwesenheit des Ahns; kehrt ihm nicht den Rücken zu; formuliert abweichende Meinungen sehr diplomatisch

  • Menschliche Welt: Gutsherr & Leibeigener; Baron & Bürger; Bischof & Ritter
  • Kainitische Welt: Ahn & Neonate; Prinzen & Ancilla

5-8 ehrfürchtig: sagt nichts, wenn er nicht gefragt wird; sieht den Ahn nicht direkt an; formuliert abweichende Meinungen gar nicht

  • Menschlich Welt: Graf & Bauer; Papst & Ritter; König & Bürger
  • Kainitische Welt: Prinz & Neonate; Justikar & Ancilla,

9+ unterwürfig: muss Willpower ausgeben, um etwas zu sagen oder den Ahn anzublicken; hat keine abweichende Meinung

  • Menschliche Welt: kommt bei Menschen praktisch nicht vor; Papst/Heiliger & einfacher Mann/Frau
  • Kainitische Welt: sehr mächtiger Prinz & Neonate; Methusalem & Ancilla

Hierbei ergibt sich für Kainiten von hohem Status natürlich auch das Problem, dass sie mit Personen von niedrigem Stand letztlich keine Unterhaltung führen können, ja nicht einmal dürfen. Die Etikette erwartet, dass man, will man tatsächlich etwas von einer Person mit weit niedrigerem Rang, so muss man sich eines Vermittlers bedienen. So ist es nicht erstaunlich, dass viele Ancilla als Berater und Vermittler zwischen den Ahnen und den jüngeren agieren.